Schwangerschaftsthema

Nackentransparenzmessung (NT)

Das Chromosomen-Screening in Woche 11–13+6 — Zeitpunkt, Normalbereich, Ergebnisse

Die Nackentransparenzmessung (NT) ist eine Ultraschalluntersuchung, die in Woche 11–13+6 durchgeführt wird und die Flüssigkeit im Nacken des Fötus misst. In Kombination mit dem mütterlichen Alter und Blutmarkern (β-hCG, PAPP-A) schätzt sie das Risiko für Trisomie 21, 18 und 13 — eine Risikoschätzung, keine Diagnose.

Zeitpunkt

  • Zeitfenster: Woche 11+0 – Woche 13+6.
  • Warum: Die NT-Dicke ist hier am aussagekräftigsten. Nach Woche 14 wird die Flüssigkeit abgebaut.
  • Beste SSL: 45–84 mm (typischerweise Woche 12–13).

Normale NT-Dicke

Die NT wächst mit dem Gestationsalter und der SSL, daher ist der Grenzwert altersangepasst.

  • Woche 11: ~1,6 mm (95. Perzentile 2,4 mm).
  • Woche 12: ~1,8 mm (95. Perzentile 2,7 mm).
  • Woche 13: ~2,0 mm (95. Perzentile 2,9 mm).
  • Allgemeiner Grenzwert: ≤ 3,0 mm ist beruhigend.
  • > 3,0 mm: weitere Untersuchungen werden meist angeboten.
  • > 3,5 mm: deutlich erhöhtes Risiko für Chromosomen- und Herzerkrankungen.

Die Risikozahl lesen

Ergebnisse werden als "1/N" angegeben — die Wahrscheinlichkeit einer betroffenen Schwangerschaft. NT allein wird selten verwendet; sie wird mit Hormonen zum kombinierten Ersttrimester-Screening kombiniert.

  • Niedriges Risiko: besser als 1/1.000 — meist keine weiteren Tests.
  • Grenzwertig: 1/250 – 1/1.000 — NIPT kann angeboten werden.
  • Hohes Risiko: 1/250 oder schlechter — NIPT oder diagnostische Tests (CVS/Amnio) werden angeboten.

Nach einem Hochrisikoergebnis

  • NIPT (zellfreie DNA): mütterlicher Bluttest, 99 %+ Genauigkeit. Kein Eingriffsrisiko.
  • CVS (Woche 10–13): diagnostisch; Fehlgeburtsrisiko ~1/500.
  • Amniozentese (Woche 16–20): am eindeutigsten; Fehlgeburtsrisiko ~1/900.
  • Organ-Ultraschall (Woche 18–22): strukturelle Beurteilung.

Ist der Test verpflichtend?

Das Screening wird angeboten, ist aber nicht verpflichtend. NT ist nicht-invasiv und kurz (etwa 30 Minuten), sodass die meisten Ärztinnen und Ärzte es empfehlen, aber Familienanamnese, mütterliches Alter und vorangegangene Schwangerschaften fließen in die Entscheidung ein.

Verwandte Rechner

Verwandte Themen

Lehrbuch-Durchschnittswerte. Individuelle Unterschiede sind groß; keine medizinische Beratung — bitte mit deiner Frauenärztin/deinem Frauenarzt abklären.