Schwangerschaftsthema

Präeklampsie

Neue Hypertonie und Proteinurie nach Woche 20 — Warnzeichen und Reaktion

Präeklampsie ist ein schwangerschaftsspezifisches Syndrom, das nach 20 Wochen auftritt. Es zeichnet sich durch neu aufgetretenen Bluthochdruck (≥ 140/90) mit Proteinurie oder anderer Organbeteiligung aus. Es betrifft 5–8 % der Schwangerschaften und ist eine führende Ursache mütterlicher und fetaler Morbidität. Frühe Erkennung rettet Leben.

Notfall-Warnzeichen — sofort anrufen

Gehen Sie sofort in die Notaufnahme oder zum Kreißsaal, wenn Sie Folgendes haben:

  • Starke Kopfschmerzen, die nicht auf Paracetamol ansprechen.
  • Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Lichtblitze, Flecken.
  • Schmerz im rechten Oberbauch oder Epigastrium — Leberbeteiligung.
  • Plötzliche starke Übelkeit/Erbrechen, das nach Woche 20 auftritt.
  • Plötzliche Schwellung von Händen, Gesicht oder Füßen (über Nacht).
  • Kurzatmigkeit oder Engegefühl in der Brust.
  • Verminderte Kindsbewegungen.

Wichtige Risikofaktoren

  • Erste Schwangerschaft (besonders Alter ≥ 35)
  • Vorherige Präeklampsie
  • Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft
  • Chronische Hypertonie, Diabetes, Nierenerkrankung
  • Adipositas (BMI ≥ 30)
  • Autoimmunerkrankung (Lupus, Antiphospholipid-Syndrom)
  • IVF-Schwangerschaft
  • Familienanamnese (Mutter oder Schwester)

Diagnosekriterien

Nach der 20. Schwangerschaftswoche:

  • Blutdruck: ≥ 140/90 bei zwei Messungen im Abstand von 4+ Stunden.
  • Proteinurie: 24-Stunden-Urin ≥ 300 mg oder Protein/Kreatinin-Verhältnis ≥ 0,3.

Diagnose ohne Proteinurie

Präeklampsie kann auch mit Bluthochdruck plus einem der folgenden Punkte diagnostiziert werden:

  • Thrombozyten < 100.000/µL
  • Leberenzyme (AST/ALT) > 2× normal
  • Kreatinin > 1,1 mg/dL
  • Lungenödem
  • Starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen ohne andere Ursache

Behandlung

  • Mild und vor dem Termin: engmaschige wöchentliche Überwachung — Blutdruck, Urin, fetale Überwachung.
  • Schwer: Krankenhausaufenthalt. Antihypertensiva (Labetalol, Nifedipin, Hydralazin). Magnesiumsulfat zur Anfallsprävention.
  • Entbindung: die definitive Behandlung. Einleitung am Termin, früher, wenn der mütterliche oder fetale Zustand es erfordert.
  • Pränatale Kortikosteroide: wenn eine Frühgeburt vor Woche 34 wahrscheinlich wird, zur fetalen Lungenreifung.

Prävention bei Risikoschwangerschaften

  • Niedrig dosiertes Aspirin (81 mg/Tag): ACOG empfiehlt den Beginn ab Woche 12 für Hochrisikopatientinnen.
  • Kalziumsupplementierung: in Bevölkerungen mit niedriger Kalziumzufuhr.
  • Heim-Blutdruckmessung: in der späten Schwangerschaft bei Risikopatientinnen.
  • Gewichtsmanagement: nach Möglichkeit mit BMI < 30 in die Schwangerschaft starten.

Postpartale Präeklampsie

Die meisten Fälle lösen sich innerhalb von 1–6 Wochen nach der Geburt auf, aber 5–10 % der Präeklampsie entwickeln sich oder verschlimmern sich nach der Geburt. Achten Sie auf Kopfschmerzen, Sehstörungen und hohen Blutdruck nach der Entlassung.

Langfristige Risiken

Eine Vorgeschichte mit Präeklampsie erhöht die lebenslangen Risiken für chronische Hypertonie (2–4×), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2×), Schlaganfall (1,7×) und Nierenerkrankungen (5×). Jährliche kardiovaskuläre Untersuchungen werden empfohlen.

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Lehrbuch-Durchschnittswerte. Individuelle Unterschiede sind groß; keine medizinische Beratung — bitte mit deiner Frauenärztin/deinem Frauenarzt abklären.